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#20 What goes around comes around

Der Kreislaufwirtschaft - Newsletter von der KEK

Liebe Leserinnen und Leser,

willkommen zu einer neuen Ausgabe unseres Kreislaufwirtschaft-Newsletters What goes around comes around!

Da die Kreislaufwirtschaft ein zentrales Zukunftsthema ist, unterstützt frühe Bildungsarbeit die Entwicklung einer Generation, die Ressourcen bewusster nutzt, nachhaltiger denkt und aktiv an einer ressourcenschonenden Gesellschaft mitarbeitet. Sie stärkt nicht nur Verantwortungsbewusstsein, sondern auch das Gefühl, selbst etwas bewirken zu können – ein wichtiger Baustein für eine nachhaltige Zukunft. Bildungsarbeit zur Kreislaufwirtschaft ist bei Kindern besonders wichtig, weil in jungen Jahren die grundlegenden Werte und Verhaltensweisen entstehen, die ihr späteres Umwelt- und Konsumverhalten prägen. Wenn Kinder früh lernen, Ressourcen zu schätzen, Dinge zu reparieren und Materialien wiederzuverwenden, entwickeln sie ein nachhaltiges Bewusstsein, das sie meist ihr ganzes Leben begleitet.

Schüler und Schülerinnen in Berlin, sowie Lernende im Allgemeinen, sind in der glücklichen Lage, aus sehr vielen Bildungsangeboten auswählen zu können. Sehr viele davon zudem noch kostenfrei. Weiter unten finden Sie eine Auswahl an Bildungsangeboten in Berlin zu Kreislaufwirtschaft, Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung. Die Auseinandersetzung mit Kreislaufprozessen fördert die Kreativität, technisches Verständnis und die Fähigkeit, Probleme praktisch zu lösen. Nachhaltigkeit wird für Kinder dadurch nicht abstrakt, sondern konkret erfahrbar – etwa wenn sie Abfall trennen, etwas upcyceln oder selbst sehen, wie aus alten Materialien Neues entsteht. Darüber hinaus wirken Kinder als starke Multiplikatoren, indem sie ihr Wissen und ihre Begeisterung in ihre Familien und ihr Umfeld tragen und dort Verhaltensänderungen anstoßen.

Soviel zur Theorie. Wir wollten, wissen, wie zukunftsrelevante Themen außerhalb des Lehrplans erfolgreich an Kinder und Jugendliche herangetragen wird und haben dazu mit dem Projekt "Digital Sparks" vom Education Innovation Lab gesprochen. Mit Digital Sparks gestalten Schüler*innen Projekte wie Podcasts, Magazine und Videos. So entsteht nicht nur Wissen, sondern auch Zukunftskompetenzen: Kreativität, Kollaboration und kritisches Denken. Hinter den Digital Sparks steht ein Team aus Designer*innen, Lehrer*innen, Public Policy Expert*innen, Psycholog*innen und Entwickler*innen.

Manuela Mohr ist Co-Gründerin und Geschäftsführerin des Education Innovation Lab, aus dem die Sparks entstanden sind. Sie ist mit Leidenschaft Sozialunternehmerin und entwickelt neue Konzepte und Produkte für soziale Bildungsinnovation. In den letzten Jahren hat sie verschiedene Bildungsinitiativen und Start-Ups mit aufgebaut.

 

Manuela Mohr, Co-Gründerin und Geschäftsführerin des Education Innovation Lab

Bild: Education Innovation Lab

Wie gelangt Ihr Angebot an die Schulen? Sprechen Sie mit einzelnen Lehrpersonen, mit Schuldirektor*innen oder mit den kommunalen Bildungsträgern?

Das passiert auf unterschiedlichen Wegen. Oft beginnt es mit einer einzelnen Lehrperson. Sie entdeckt Digital Sparks über Kolleg*innen, Social Media oder auf einer Veranstaltung, kommt mit uns ins Gespräch und trägt die Idee in ihr Klassenzimmer. Wir begleiten diesen Prozess durch Workshops, regelmäßige Sprechstunden und konkrete Unterstützungsangebote, damit Lehrpersonen Digital Sparks wirksam im Unterricht einsetzen können. Langfristig wirksamer ist es jedoch, wenn Schulen Digital Sparks nicht punktuell, sondern ganzheitlich einführen. Deshalb arbeiten wir beispielsweise mit dem Kultusministerium in Niedersachsen zusammen, das Schulen aktiv über unser Angebot informiert. So erreichen wir ganze Schulen, nicht nur Einzelpersonen.

Ein wichtiger Hebel sind dementsprechend Schulleitungen. In Workshops auf Schulleitungstagungen erleben wir immer wieder: Wenn die Initiative von der Schulleitung mitgetragen wird, entsteht Handlungsspielraum. Das „Go“ der Schulleitung macht es Lehrkräften deutlich leichter, neue Lernangebote auszuprobieren und nachhaltig zu verankern. Vielleicht etwas überraschend: Auf Messen wie der Didacta sprechen uns immer wieder Schüler*innen direkt an. Sie sind neugierig, wollen Digital Sparks ausprobieren. Ihnen fehlt häufig allerdings die Möglichkeit, diesen Wunsch an ihrer Schule einzubringen. Deshalb versuchen wir, über die oben genannten Wege Zugänge zu ermöglichen und Digital Sparks an den Schulen zu verankern.


Wie integrieren Sie Zukunftsthemen wie Kreislaufwirtschaft konkret in Ihre Lernreisen, und welche Kompetenzen sollen Schüler*innen dadurch besonders aufbauen?

Auf unserer Lernplattform Digital Sparks bieten wir ganz unterschiedliche Lernreisen an. Diese Lernreisen widmen sich einzelnen zukunftsrelevanten Themen. Das Thema Kreislaufwirtschaft behandeln wir aktuell anhand von zwei Lernreisen: „Make it circular“ führt Schüler*innen in acht Doppelstunden in die Grundlagen ein, mit Leitfragen, die Schüler*innen zum Nachdenken über eine nachhaltige Zukunft einladen: Was wäre, wenn es keinen Müll mehr gäbe? Wie gehen wir verantwortungsvoll mit endlichen Rohstoffen um? Hier verbinden wir Kreislaufwirtschaft mit Elementen der Zukunftsforschung. Es geht darum, mögliche Zukünfte zu denken und aktiv mitzugestalten.

Die kürzere Lernreise „Fit Check“ übersetzt das Thema in den Alltag der Jugendlichen und erklärt die Kreislaufwirtschaft am Thema Mode. Anhand von Fast Fashion, Second Hand und den „R’s“ der Kreislaufwirtschaft (Reduce, Reuse, Recycle, Refuse) werden globale Herausforderungen greifbar und persönlich relevant.

Während wir die Themen für unsere Lernreisen bewusst wählen und nach Themen suchen, die aktuell und für die Zukunft der Schüler*innen entscheidend sind, wollen wir durch die Art des Lernens auf der Digital Sparks Lernplattform auch Kompetenzen schulen, die für das spätere Leben wichtig sind. Die Schüler*innen arbeiten kollaborativ in Teams auf der Plattform, hinterfragen bestehende Systeme kritisch und reflektieren ihren eigenen Konsum. Sie lernen, komplexe Zusammenhänge zu analysieren und gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Am Ende jeder Lernreise steht ein eigenes Projekt. Hier wird aus Wissen Handlung: Die Jugendlichen planen, gestalten, präsentieren. So fördern wir Kreativität, Projektkompetenz und Kommunikationsfähigkeit, also genau die Zukunftskompetenzen, die sie in einer sich wandelnden Welt brauchen.

Digital Sparks Lernreisen
Bild: Education Innovation Lab
Wie werden Schüler*innen dabei unterstützt, ihre Projekte auch in die Umsetzung zu bringen? Hat es bereits Fälle gegeben, in denen ein Projekt nach Beendigung der Schullaufbahn als Unternehmen verstetigt werden konnte?

Der entscheidende Moment in unseren Lernreisen ist die sogenannte „Create-Phase“. Hier werden die Schüler*innen dazu angeleitet, ihre eigene Idee, ihr eigenes Projekt zu entwickeln. Sie werden dabei Schritt für Schritt begleitet. Sie wählen ihre Themen selbst, bekommen dazu kuratierte Vertiefungen, Quellen und Impulse an die Hand. Auch bei der Form sind sie frei: Magazin, Podcast, Video, Social-Media-Kampagne – entscheidend ist, dass sie einen klaren Projektplan entwickeln und diesen eigenverantwortlich umsetzen. Die Lehrperson agiert dabei als Lernbegleitung und unterstützt die Teams im Prozess.

Wichtig ist: Die Projekte verschwinden nicht in der Schublade. Im Digital Sparks Showroom sehen Schüler*innen die Ergebnisse anderer Schulen. Das schafft Inspiration und Motivation. Manche Schulen binden den Showroom sogar auf ihrer Website ein oder teilen die Projekte über Eltern-Mails. So entsteht echte Sichtbarkeit für die Ideen und Vorhaben der Schüler*innen.

Eine Unternehmensgründung ist aus einem Spark bisher noch nicht entstanden, aber erste Schritte in diese Richtung sehen wir durchaus. Es sind beeindruckende Reportagen über Pilze als Baustoff entstanden, Konzepte für kreislauffähige Städte oder Social-Media-Kanäle, die Schüler*innen nach Projektende weiterführen. Unser Ziel ist, dass junge Menschen durch ihre eigenen Projekte erfahren: Ich kann Ideen entwickeln, Öffentlichkeit dafür schaffen und konkrete Wirkung erzielen. Meine Stimme zählt und meine Vorstellungen sind relevant, um eine nachhaltige Zukunft aktiv mitzugestalten.

 

Digital Sparks richtet sich primär an Schüler*innen der weiterführenden Schulen. Ist es geplant, das Angebot auf Auszubildende zu erweitern?

Unsere Hauptzielgruppe sind weiterführende Schulen – das stimmt. Gleichzeitig erleben wir immer wieder, dass auch Berufsschullehrkräfte mit Digital Sparks arbeiten. Für uns steht weniger die Schulform im Mittelpunkt, sondern die Lerngruppe. Gerade in der Berufsschule sind Klassen oft sehr heterogen. Deshalb entscheiden die Lehrpersonen selbst, ob Thema und Anspruchsniveau eines Sparks zu ihrer Gruppe passen. Diese professionelle Einschätzung vor Ort ist aus unserer Sicht zentral.

Grundlegend sind alle Sparks auch in Berufsschulen einsetzbar. Wir denken also nicht so sehr in Schulformen, sondern in Lernkontexten. Wenn ein Thema für die Lebensrealität der Auszubildenden relevant ist, funktioniert ein Digital Spark und bietet jungen Menschen eine neue Lernerfahrung. Über eine Kooperation mit dem Forum Rezyklat erreichen wir in diesem Jahr auch ganz gezielt Auszubildende in Unternehmen mit dem Thema Kreislaufwirtschaft.

Wir freuen uns über alle Menschen, die Lust haben, einen Digital Spark in ihrer Klasse oder Lerngruppe auszuprobieren. Sprechen Sie uns gerne an und wir begleiten Sie beim Einstieg und zeigen, wie unkompliziert der erste Schritt sein kann.

 

Auswahl weiterer (Weiter-) Bildungsangebote in Berlin:
  • IBBF- Institut für Betriebliche Bildungsforschung
  • Prosumio - Stärkung der beruflichen Bildung mit digitalen Lösungen.
  • BilRess Netzwerk - Bildung für Ressourcenschonung und Ressourceneffizienz
  • Futurium - Bildung und Vermittlung
  • Cradle to Cradle NGO
  • Zero Waste e.V.
  • RESTLOS GLÜCKLICH e.V.
  • Haus der Materialisierung
  • Material Mafia
  • Kunst-Stoffe e.V.
  • Circular City – Zirkuläre Stadt e.V.

Veranstaltungen, Förderprogramme & Wissenswertes

Green Health Accelerator – Bewerbungen jetzt geöffnet bis zum 3. März 2026! Das Green Health Accelerator Programm vernetzt innovative GreenTech‑ und Mobility‑Startups mit Gesundheitsversorgern, um CO₂‑Emissionen im Gesundheitswesen zu reduzieren.Von Lebensmittelverschwendung über Logistik und Mobilität bis hin zu Gebäudeeffizienz. Das sechsmonatige, hybride Accelerator‑Programm wird 80 Startups in vier Kohorten fördern und zielt darauf ab, bis zu 30 Pilotprojekte umzusetzen. Bewerben


KlimaWirtschaftsForum der TU Berlin 4.-6. März 2026 auf dem GLS Campus Berlin: Das KlimaWirtschaftsForum ist die führende studentisch organisierte Konferenz an der Technischen Universität Berlin zu klimagerechter Wirtschaftspolitik und bringt Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft an einen Tisch. Mit Streitgesprächen, Vorträgen und Diskussionen wird eine Plattform für den konstruktiven Austausch über die zentralen Fragen der Klima- und Wirtschaftspolitik geschaffen. Anmelden


MPI Werkstatt IV - Produktion "Nahtlose Integration für den städtischen Holzbau" am 12. März 2026: Die Werkstattreihe bringt Akteure aus Praxis und Wissenschaft entlang der gesamten Wertschöpfungskette – vom Wald bis zur Stadt – zusammen, um Ansätze für nachhaltiges und integriertes Bauen zu entwickeln. Anmelden


Sustainability Day am 25. März 2026 im Ludwig-Erhard-Haus, IHK Berlin: Unter dem Leitmotiv „Berliner Wirtschaft im Zukunftsmodus“ stellt der Sustainability Day die Klimakrise, Fachkräftesicherung und Innovationsdruck in den Mittelpunkt und bringt strategische Orientierung und mit praxisnahen Lösungen zusammen. Anmelden


Direkt im Anschluss an den Sustainability Day findet der Impulsabend Social Economy International statt. Berlin goes international: KMU verbinden sich mit sozialen Unternehmen und europäischen Impulsen. Anmelden


Startschuss für Kreislaufwirtschaft: Fahrzeugwerk Zwickau startet Geschäftsfelder. Das Fahrzeugwerk Zwickau übernimmt im Volkswagen Konzern ab sofort die Rolle als zentrales Kompetenzzentrum für Kreislaufwirtschaft. In Zwickau werden neue Geschäftsfelder der Kreislaufwirtschaft auf Wirtschaftlichkeit geprüft, Standards festgelegt und das Wissen für andere Standorte weltweit zur Verfügung gestellt. Mehr

 

Umweltfreundliche Labore bauen -  Das Demonstrator-Labor des Max Delbrück Center ist fertiggestellt. Das Labor ist ein Testfeld für neue technische Lösungen, die helfen sollen, die biomedizinische Forschung nachhaltiger und klimafreundlicher zu gestalten. Ziel ist es, den Energieverbrauch zu senken, weniger Ressourcen zu verbrauchen und jährlich rund 3.000 Tonnen CO2 einzusparen. Mehr

 


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Dieser Newsletter wird von der Koordinierungsstelle für Kreislaufwirtschaft, Energieeffizienz und Klimaschutz im Betrieb (KEK) durch Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie herausgegeben.


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Telefon +49 30 46302-290
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USt.-ID-Nr. DE 136629780

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Aufsichtsratsvorsitzender: Carsten Jung


Redaktion: Team KEK

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