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#18 What goes around comes around

Der Kreislaufwirtschaft - Newsletter von der KEK

Liebe Leserinnen und Leser,

willkommen zu einer neuen Ausgabe unseres Kreislaufwirtschaft-Newsletters What goes around comes around! Stellen Sie sich eine Stadt vor, in der Ressourcen nicht verschwinden, sondern im Kreislauf bleiben.
Berlin will genau das erreichen – und startet jetzt den Weg zur Kreislaufstadt. Gemeinsam mit Wirtschaft, Wissenschaft und Bürgerinnen entsteht eine Strategie, die weit über Abfallvermeidung hinausgeht. Nach Jahrzehnten erfolgreicher Abfall- und Recyclingwirtschaft und der Zero-Waste-Strategie 2020–2030 geht Berlin jetzt den nächsten Schritt: hin zur ganzheitlichen Circular Economy. Gemeinsam mit Partnern wie der Zero Waste Agentur, EY Consulting, der KEK und dem Deutschen Institut für Urbanistik entwickelt die Senatsverwaltung ein Konzept, das Ressourcen schont, Wertschöpfungsketten neu denkt und die Berliner Wirtschaft zukunftsfähig macht.

Berlin wird damit Teil der europaweiten Circular Cities and Regions Bewegung – viele Städte und Regionen machen sich derzeit mit Strategien auf den Weg hin zur zirkulären Transformation. Europäische Vorreiterstädte waren etwa Amsterdam und Zürich. In Deutschland liegen ebenfalls erste Strategien vor (z. B. Stuttgart) und weitere folgen in Kürze (Nordrhein-Westfalen, München, Hamburg). Der Strategieentwicklungsprozess wird im Rahmen von Workshops und einer Online-Partizipation durch Berliner Stakeholder der gesamten Wertschöpfungskette begleitet. Die Kreislaufwirtschaftsstrategie wird ebenfalls mit breiter Unterstützung aus der Berliner Stadtgesellschaft erarbeitet. Die Onlinebeteiligung startet vorraussichtlich Anfang 2026. Ihre Erfahrungen, Ideen und Engagement sind gefragt. Weitere Informationen erhalten Sie auf www.mein.berlin.de.

Wie wichtig es ist, die Stadtgesellschaft bei der Transformation zu Zirkularität mitzunehmen und teilhaben zu lassen, zeigt ein erfolgreiches Projekt aus Berlin Neukölln.

Mit klarer, aktivierender Kommunikation und einem niedrigschwelligen Angebot begeistert der Reparatur- und Leihshop Kreisler in der Gropiusstadt Menschen für zirkuläre Praktiken, die Nachhaltigkeit sonst eher skeptisch gegenüberstehen. Reparaturen auf Spendenbasis und ein einkommensbasiertes Mitgliedschaftsmodell senken die Hürden und verbinden Nachhaltigkeit mit sozialem Impact. Wir haben mit Gründer Maximilian Mauracher über den Stellenwert von Kommunikation bei der ökologischen Transformation gesprochen. 
Maximilian Mauracher ist Stratege, Designer und Geschäftsführer von NEW STANDARD.S. Die Berliner Agentur entwickelt Strategie und Kommunikation für die Kreislaufwirtschaft – und für Marken in Industrie, Mode und Handel. Mit dem Kreisler hat das Büro einen eigenen Reparatur- und Leihshop eröffnet und möchte 2026 mit diesem Modell Berlin-weit skalieren.

Maximilian Mauracher, Stratege, Designer und Geschäftsführer von NEW STANDARD.S

Bild: Daniel Faró

Eine nachhaltige Positionierung galt lange als Rezept für die Stärkung der Markenidentität und als eine Möglichkeit, sich von Wettbewerbern abzuheben. Verpflichtungen werden nun teilweise gelockert. An welchem Punkt stehen die Unternehmen in Bezug auf Kreislaufwirtschaft gerade?

Wir beobachten gerade viele Unternehmen in einem “stuck state” zwischen Ambition und Rückzug. Die frühen Leuchtturm-Statements – Klimaneutralität bis 2050 & Co. – haben ausgedient und die Regulatorik bringt keine Planungssicherheit. Gleichzeitig merken viele Firmen, dass „zirkulär“ kein Kommunikationsprojekt ist, sondern Infrastruktur, Service Design und organisatorische Transformation verlangt. Das ist die Krux: Die Story ließ sich die letzten Jahre schnell erzählen, aber die Umsetzung ist in vielen Teilen zäh. Momentan sortieren Unternehmen ihre Prioritäten neu und ziehen Circular Economy aus der grünen Nische heraus und in den Kern des Geschäfts – noch etwas holprig, aber wenn der erste Schritt gemacht ist, gibt’s kein Zurück. Gegen den oben beschriebenen festgefahrenen Zustand hilft übrigens nur eins: Aktion.

Was sind aus deiner Sicht die größten kommunikativen Herausforderungen, wenn es darum geht, den Unternehmen Kreislaufwirtschaft verständlich und wirksam zu vermitteln?

Die größten kommunikativen Hürden liegen in der aktuell oft noch falschen Erwartungshaltung: Unternehmen wollen einfache Botschaften und Lösungen, aber die Kreislaufwirtschaft – richtig und ganzheitlich umgesetzt – verändert Rollen, Prozesse und Geschäftslogiken. Lineare Denkfehler sitzen tief: Erfolg heißt noch zu oft, zu verkaufen, statt Wert zu erhalten. Reparatur wird als Kostenblock verbucht, nicht als potentielles Geschäftsfeld. Rücknahmesysteme werden als logistischer Aufwand gesehen, nicht als strategischer Datenpunkt über Nutzung und Materialflüsse. Kommunikation muss und kann diese anfänglichen Widersprüche auflösen, ohne Vereinfachung, aber ohne technische Überforderung. Die eigentliche Herausforderung: Eine erfolgreiche Kreislaufwirtschaft kriegen wir erst hin, wenn sowohl Angebots- als auch Nachfrageseite umdenkt. Unternehmen, die einen Piloten starten und dann behaupten, Circularity lohne sich nicht, kommunizieren oft schlecht oder falsch und holen Kund:innen nicht richtig ab. Dann bleiben sie auf den Kosten sitzen, statt neue Absatzmärkte zu erschließen. Am Ende ist die Kommunikation mit den Kund:innen deshalb ganz entscheidend.

Aus deiner Erfahrung mit euren Projekten bei NEW STANDARD.S: Welche Narrative funktionieren gut? Was kannst du Unternehmen mitgeben?

Es geht um konkrete Problemlösung, nicht um abstrakte Nachhaltigkeit oder catchy Botschaften. Dafür müssen wir den Fokus wieder auf das Wesentliche legen: Langlebigkeit, Planbarkeit, Stabilität, geringere Risiken, … viele Unternehmen haben gar nicht auf dem Schirm, dass ihre wichtigsten Rohstoffe womöglich bald nur noch knapp oder gar nicht mehr verfügbar sind. Die Kreislaufwirtschaft sorgt also für Sicherheit, aber auch für eine neue Freiheit im Umgang mit Dingen – und auch wenn es sich aktuell in einer auf Linearität hin optimierten Welt noch nicht immer so anfühlt: auf lange Sicht auch mehr Nutzen und Komfort bei geringeren Kosten und neuen Wertschöpfungsmöglichkeiten. Dafür muss Zirkularität aber in den Kern des Unternehmens und darf nicht nur Nebenschauplatz oder Nachsatz sein.


Veranstaltungstipps und Empfehlungen

ESG meets AI – Strategie-Brunch für Unternehmen am 11. Dezember im Ludwig Ehrhard Haus: Environment, Social & Governance beschreibt die zentralen Handlungsfelder zukunftsfähiger Unternehmensführung. In jedem dieser Felder eröffnet Künstliche Intelligenz neue Hebel: Wer Innovationen gezielt nutzt und zugleich den strategischen Blick über das operative Tagesgeschäft hinaus bewahrt, gewinnt. Mit diesem innovativen Veranstaltungsformat wird auf diese Hebel geschaut und die Brücke zwischen ESG und der wichtigsten Technologie der Stunde geschlagen. Anmelden

Die neue Plattform Lifestyle Data“ stellt Europas größte Datensammlung zu nachhaltigen Lebensstilen vor. Im Rahmen des EU-geförderten Projekts PSLifestyle wurden bereits über 500.000 Lebensstilprofile aus zehn Ländern analysiert, um nachhaltige Entscheidungen besser zu verstehen und zu fördern. Machen Sie den Lifestyle Test und helfen Sie mit, Europas größte Datensammlung zu nachhaltigen Lebenssilen weiter auszubauen. Mehr


YouTube-Show: Bewerbungsaufruf für nachhaltige Start-ups. The Green Deal ist die erste YouTube-Show dieser Art, die nachhaltigen B2C-Startups eine Bühne bietet, ihre Ideen mit echtem gesellschaftlichem Mehrwert vor einem großen Publikum zu präsentieren. Hier trifft Innovation auf Nachhaltigkeit auf Storytelling. The Green Deal ist eure Chance, euer Startup aufs nächste Level zu bringen! Sichert euch euren free Spot, um vor erfolgreichen Top-Creatorn euer nachhaltiges Produkt zu pitchen und kämpft nicht um Geld, sondern um das, was heute wirklich zählt: Reichweite! Mehr

 

Brandenburger Digitaltag x Forum Digitales Brandenburg am 11.12.2025 an der Fachhochschule für Finanzen des Landes Brandenburg in Königswusterhausen. Die erste Digital-Konferenz von Brandenburgern für Brandenburger. In Zusammenarbeit mit dem Ministerium der Justiz und für Digitalisierung organisiert ein breites Aktionsbündnis ein Forum, um sich über die vielfältigen Aspekte der Digitalisierung auszutauschen. Anmelden



Berlin hat einen neuen Solarrechner. Wie viel Potenzial steckt in Ihrem Dach? Mit dem Solarrechner der Hauptstadtregion können Sie schnell und unkompliziert prüfen, ob sich eine Photovoltaikanlage für Ihr Gebäude lohnt. Das Tool liefert eine erste Einschätzung zu Sonneneinstrahlung, möglicher Leistung und Wirtschaftlich-keit – ein wichtiger Schritt in Richtung nachhaltiger Energieversorgung. Mehr



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Dieser Newsletter wird von der Koordinierungsstelle für Kreislaufwirtschaft, Energieeffizienz und Klimaschutz im Betrieb (KEK) durch Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie herausgegeben.


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Redaktion: Team KEK

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