Liebe Leserinnen und Leser,
willkommen zu einer neuen Ausgabe unseres Kreislaufwirtschaft-Newsletters What goes around comes around! Stellen Sie sich eine Stadt vor, in der Ressourcen nicht verschwinden, sondern im Kreislauf bleiben. Berlin will genau das erreichen – und startet jetzt den Weg zur Kreislaufstadt. Gemeinsam mit Wirtschaft, Wissenschaft und Bürgerinnen entsteht eine Strategie, die weit über Abfallvermeidung hinausgeht. Nach Jahrzehnten erfolgreicher Abfall- und Recyclingwirtschaft und der Zero-Waste-Strategie 2020–2030 geht Berlin jetzt den nächsten Schritt: hin zur ganzheitlichen Circular Economy. Gemeinsam mit Partnern wie der Zero Waste Agentur, EY Consulting, der KEK und dem Deutschen Institut für Urbanistik entwickelt die Senatsverwaltung ein Konzept, das Ressourcen schont, Wertschöpfungsketten neu denkt und die Berliner Wirtschaft zukunftsfähig macht.
Berlin wird damit Teil der europaweiten Circular Cities and Regions Bewegung – viele Städte und Regionen machen sich derzeit mit Strategien auf den Weg hin zur zirkulären Transformation. Europäische Vorreiterstädte waren etwa Amsterdam und Zürich. In Deutschland liegen ebenfalls erste Strategien vor (z. B. Stuttgart) und weitere folgen in Kürze (Nordrhein-Westfalen, München, Hamburg). Der Strategieentwicklungsprozess wird im Rahmen von Workshops und einer Online-Partizipation durch Berliner Stakeholder der gesamten Wertschöpfungskette begleitet. Die Kreislaufwirtschaftsstrategie wird ebenfalls mit breiter Unterstützung aus der Berliner Stadtgesellschaft erarbeitet. Die Onlinebeteiligung startet vorraussichtlich Anfang 2026. Ihre Erfahrungen, Ideen und Engagement sind gefragt. Weitere Informationen erhalten Sie auf www.mein.berlin.de.
Wie wichtig es ist, die Stadtgesellschaft bei der Transformation zu Zirkularität mitzunehmen und teilhaben zu lassen, zeigt ein erfolgreiches Projekt aus Berlin Neukölln.
Mit klarer, aktivierender Kommunikation und einem niedrigschwelligen Angebot begeistert der Reparatur- und Leihshop Kreisler in der Gropiusstadt Menschen für zirkuläre Praktiken, die Nachhaltigkeit sonst eher skeptisch gegenüberstehen. Reparaturen auf Spendenbasis und ein einkommensbasiertes Mitgliedschaftsmodell senken die Hürden und verbinden Nachhaltigkeit mit sozialem Impact. Wir haben mit Gründer Maximilian Mauracher über den Stellenwert von Kommunikation bei der ökologischen Transformation gesprochen. Maximilian Mauracher ist Stratege, Designer und Geschäftsführer von NEW STANDARD.S. Die Berliner Agentur entwickelt Strategie und Kommunikation für die Kreislaufwirtschaft – und für Marken in Industrie, Mode und Handel. Mit dem Kreisler hat das Büro einen eigenen Reparatur- und Leihshop eröffnet und möchte 2026 mit diesem Modell Berlin-weit skalieren.
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