Liebe Leserinnen und Leser,
willkommen zu einer neuen Ausgabe unseres Kreislaufwirtschaft-Newsletters What goes around comes around! Wir starten mit einer guten Nachricht. Berlin macht sich auf den Weg zu einer Kreislaufwirtschaftsstrategie. Vor zwei Wochen veröffentlichte die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt eine Pressemitteilung zum Start des Strategieprozesses zur Kreislaufwirtschaft in Berlin. "Die konkreten, prioritären Handlungsfelder und Umsetzungsmechanismen des späteren Strategiepapiers werden im Strategie- und Dialogprozess gemeinschaftlich festgelegt und sollen sich unter anderem an den Handlungsfeldern der Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie (NKWS) orientieren.", heißt es in der Mitteilung. Berlin als Innovations- und Forschungsstandort bietet da beste Voraussetzungen für die Entwicklung biobasierter Lösungen.
Womit wir direkt im Thema dieser Newsletter-Ausgabe sind, nämlich zirkuläre Bioökonomie. Als Verbindung von Kreislaufwirtschaft mit der Nutzung biogener Reststoffe spielt sie eine wichtige Rolle bei der Schließung von Stoffkreisläufen und der Rohstoffversorgungssicherheit. In der Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie wird sie unter den Querschnittsthemen genannt, da biogene Reststoffe in mehreren Handlungsfeldern und Produkten Einsatz finden können.
Die Abkehr von fossilen Rohstoffen - aufgrund ihrer eingeschränkten Verfügbarkeit und der Notwendigkeit einer nachhaltigeren Wirtschaftsweise - gewinnt zunehmend an Bedeutung. Gleichzeitig ermöglichen knappe Anbauflächen nur eine begrenzte Produktion an biogenen Ressourcen. Hinzu kommt ihre vielfältige Nutzungsmöglichkeit als Energieträger und Ersatz für fossile Rohstoffe. Ein Großteil der in Deutschland weiterverarbeiteten Biomasse wird aktuell importiert (NKWS). Es ist also naheliegend, dass biogene und biotechnologisch nutzbare Rohstoffe möglichst lange im Kreislauf gehalten werden.
Wir haben mit der Expertin für Bioökonomie Anna-Katharina Stumpf über die Rolle von Bioökonomie in der Kreislaufwirtschaft gesprochen und wie das EU-Programm LIFE bei der Umsetzung helfen kann. Seit Februar 2025 ist Anna-Katharina Stumpf als fachliche Projektmanagerin bei der vom Bundesumweltministerium beauftragten, bundesweiten nationalen LIFE-Beratungsstelle bei der Zukunft – Umwelt – Gesellschaft gGmbH tätig. Sie leitete vorher die Geschäftsstelle des Strategischen Forschungsfelds Bioökonomie für die Fraunhofer-Gesellschaft. Schön in jungen Jahren habe sie sich Gedanken über biologische Prozesse gemacht. Sie wollte wissen, wie Prozesse in der Natur ablaufen, Menschen mit der Natur interagieren und aus ihr lernen können.
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