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#15 What goes around comes around

Der Kreislaufwirtschaft - Newsletter von der KEK

Liebe Leserinnen und Leser,

willkommen zu einer neuen Ausgabe unseres Kreislaufwirtschaft-Newsletters What goes around comes around! Was des einen Urlaubszeit ist, ist des anderen Festivalsaison. Wer schon einmal nach einem Festival durch ein Meer aus Plastikbechern und Zelten gewatet ist, kennt das Dilemma: Wie lässt sich das Lebensgefühl von Festivals mit Umweltbewusstsein vereinen? Die gute Nachricht: immer mehr Veranstalter zeigen, dass Nachhaltigkeit und Spaß kein Widerspruch sind. In dieser Ausgabe soll es um die Frage gehen, wie Großveranstaltungen wie Festivals nachhaltiger gestaltet werden können. Denn mal ehrlich, die in solchen Fällen oftmals leichtfertigen Äußerungen wie "das nachhaltigste Festival ist das, welches nicht stattfindet", können wir so nicht stehen lassen.

Laut eines Beitrags von ZDF heute aus dem Juni "entstehen an einem Festivalwochenende mit 80.000 Besuchern mindestens 300 Tonnen Müll. Rund 30% der Zelte, der Plastik-Pavillons und vom billigen Equipment werden zurückgelassen und müssen entsorgt werden. Zudem reisen ungefähr 80% der Festivalbesucher mit dem eigenen Pkw an und ab." (ZDF Heute)

Das Veranstaltungsunternehmen FKP Scorpio hat für seine eigenen Festivals den Müllverbrauch pro Kopf pro Festivaltag ermittelt, inklusive aller während des Festivalbetriebs angefallenen Abfälle aus den Bereichen Camping, Gewerbe und Backstage. Daraus ergeben sich für das Hurricane ein Pro-Kopf-Verbrauch von 1,03 Kilogramm, für das Southside- Festival 1,83 kg, für das M’era Luna 0,67 kg und für das Highfield 0,81 kg. Verglichen mit dem Haushaltsabfallaufkommen in Deutschland , welches das Statistische Bundesamt in 2023 mit 433 Kilogramm pro Jahr (1,19 Kilogramm pro Tag) beziffert, wenig. Erreicht haben sie dies durch ein ausgefeiltes Abfallentsorgungskonzept.

Um erst gar nicht so viel Müll aufkommen zu lassen, gibt es diverse Möglichkeiten, sich den Kauf der eigenen Campingausrüstung zu sparen und lieber zu leihen. Das Berliner Unternehmen Outzip bietet auf seiner Webseite einen eigenen "Festival-Filter", unter dem man neben Zelten, Luftmatratzen, Decken, Geschirr und faltbaren Solarmodulen, alles tageweise leihen kann, was man für ein gelungenes Festival braucht.

Aber wie gelingt denn nun ein nachhaltiges Event? Oder um im Thema dieses Newsletters zu bleiben, ein zirkuläres Event?

Der Verein Cradle2Cradle NGO hat sich mit den Veranstaltungsunternehmen Loft Concerts, KKT GmbH - Kikis Kleiner Tourneeservice und Side by Side Eventsupport zusammengetan und 2022 und 2024 insgesamt vier Konzerte auf dem ehemaligen Flughafengelände Tempelhof veranstaltet, um genau das zu testen. Die Ergebnisse der Konzerte haben sie ausgewertet und als mehrsprachiges digitales Guidebook veröffentlicht, auf das Veranstaltende weltweit zugreifen können, um die Pionierarbeit des Labor Tempelhof fortzuführen.

Wir haben Tim Janßen von Cradle2Cradle zum Labor Tempelhof ein paar Fragen gestellt und wollten u.a. wissen, wie sie ihre Vision teilen, um Partner zu finden und wie ihr Festival der Zukunft aussehen würde.


Tim Janßen, Co-Geschäftsführer und Mitglied des Vorstands der Cradle to Cradle NGO

Anna Trawnitschek

Bildrechte: Cradle2Cradle NGO

Was bedeutet für euch eine „klima- und ressourcenpositive Veranstaltung“ und wie unterscheidet sich das von Nachhaltigkeitsansätzen wie „Net Zero“?

Eine klima- und ressourcenpositive Veranstaltung will mehr als nur Schäden vermeiden. Viele Nachhaltigkeitsansätze wie „Net Zero“ zielen darauf ab, negative Auswirkungen zu minimieren oder zu neutralisieren. Doch das reicht nicht. Unser Anspruch sollte sein, sagen zu können: Schön, dass diese Veranstaltung stattgefunden hat, ohne über Müllberge oder negative CO₂-Bilanzen hinwegsehen zu müssen.

Cradle to Cradle definiert Ziele positiv und schafft durch unser Handeln Mehrwert für Mensch und Umwelt. Inspiriert von der Natur entsteht bei C2C kein Müll, denn alles wird zu Nährstoffen für Neues. Gesunde Produkte, Materialien und Komponenten zirkulieren in biologischen oder technischen Kreisläufen.

Auch Großveranstaltungen lassen sich so gestalten. Mit dem Projekt Labor Tempelhof wollten wir gemeinsam mit Loft Concerts, Kikis Kleiner Tourneeservice und Side by Side Eventsupport zeigen, wie klima- und ressourcenpositive Veranstaltungen heute schon möglich sind und wo die Grenzen liegen. Dafür haben wir sechs Großkonzerte mit je 60.000 Menschen mit Die Ärzte und Die Toten Hosen entlang der gesamten Wertschöpfungskette nach Cradle to Cradle optimiert.

 

Welche konkreten Maßnahmen oder Innovationen aus dem Labor Tempelhof-Projekt haben sich als besonders wirkungsvoll oder skalierbar für andere Events erwiesen? Gibt es bereits Anfragen von anderen Veranstaltern?

Einige Hebel haben sich als besonders wirksam und gut übertragbar erwiesen. Mobilität spielt eine große Rolle, denn die Anreise verursacht den größten Teil der CO₂-Bilanz. 2022 gab es bereits ÖPNV-Tickets zum Konzertticket, doch die Option wurde wenig genutzt. 2024 haben wir das Angebot sichtbarer gemacht und stärker kommuniziert – mit Erfolg: Der Anteil der Teilnehmenden, die Bus und Bahn nutzten, stieg von 16 auf 65 Prozent.  Auch beim Catering konnten wir viel bewegen. 2022 waren 60 Prozent der Angebote pflanzenbasiert, 2024 stellten wir komplett auf Vegan und Vegetarisch um. Das verbesserte die Klima- und Wasserbilanz deutlich. Wasser wurde in beiden Jahren kostenlos zur Verfügung gestellt. 2024 geschah dies unter anderem mit dem Phantor, einem innovativen, mit erneuerbarer Energie betriebenen Gerät, das bis zu 10.000 Liter Wasser pro Tag aus der Umgebungsluft filtern kann. Beim Geschirr setzten wir 2024 konsequent auf Mehrweg statt Einweg, ergänzt durch 23 Nährstoffinseln zur Rückgabe von Geschirr, Speiseresten und Restmüll. C2C-Botschafter*innen unterstützten vor Ort, um das in die Breite zu kommunizieren und richtige Materialkreisläufe sicherzustellen. Sanitäranlagen haben wir zirkulär gedacht mit 270 Trockentoiletten von Finizio, 88% mehr als noch 2022. Urin und Kot wurden getrennt und in einem wissenschaftlichen Pilotprojekt mit der TU Berlin zu Dünger aufbereitet, so entstand ein echter Kreislauf. Merchandise darf bei einem Festival natürlich auch nicht fehlen. Wir haben daher auch insgesamt 20.000 Fan-Shirts der beiden Bands in C2C-Qualität beschafft, bei denen selbst der Druck biologisch abbaubar ist und damit auch die Textilfasern, die in der Maschine automatisch ausgewaschen werden.

Labor Tempelhof hat viel in der Branche bewegt! Die Bedeutung solcher Pilotprojekte zeigt sich an vielen Veranstaltungen, die sich am Labor Tempelhof orientieren. Im Juni 2023 startete das neue Format ZukunftsMucke als möglichst kreislauffähige Veranstaltung in Mainz. Auch auf der Green Culture Konferenz der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien 2023 und 2025 entwickelten Teilnehmende Umsetzungsideen nach dem Vorbild von Labor Tempelhof für ihre eigenen Veranstaltungsbereiche.

Loft Concerts setzt inzwischen, wo immer möglich, viele Elemente aus dem Laborprojekt bei ihren Konzerten um und hat mit dem Bereich Beneficial Events eine eigene Abteilung dafür geschaffen. Und am Veranstaltungsort Flughafen Tempelhof kann die von unserem Projektkonsortium geplante Infrastruktur für die Nutzung von erneuerbarer Energie aus dem Flughafengebäude für Veranstaltungen auf dem Flugfeld genutzt werden. Hier hat das Projekt also sichtbare Ergebnisse hinterlassen, die nun einen Mehrwert für eine der größten Open-Air-Veranstaltungsflächen der Stadt darstellen.


Wie gelingt es euch, Partner*innen aus der Musik-, Technik- und Gastronomiebranche für eure Vision zu begeistern und aktiv einzubinden? Und welche Rolle spielt das Publikum bei der Umsetzung nachhaltiger und zirkulärer Events?

Cradle to Cradle sagt: Wir Menschen sind Teil der Lösung und können positiv wirken. Das begeistert viele! Entscheidend ist, alle früh einzubeziehen, offen zu kommunizieren und gemeinsam zu gestalten. 2022 bis 2024 haben wir erlebt, wie sich Partnerschaften entwickeln, wenn Erfahrungen geteilt und Prozesse vereinfacht werden. 2024 lief die Vorproduktion effizienter, auch die Zusammenarbeit mit Dienstleister*innen war reibungsloser, das sparte Zeit und Energie. Ein Beispiel sind die Pommesgabeln aus der biologisch abbaubaren Kunststoffalternative traceless, die das gleichnamige Unternehmen im Rahmen des Projekts mit dem Caterer GTB entwickelt hat. 2022 konnten wir davon produktionsbedingt nur Prototypen zeigen, 2024 konnten wir die Piekser schon an einigen Ständen regulär ausgeben. Also eine gemeinsam entwickelte Lösung, die auf den gesamten Veranstaltungssektor hochskalierbar ist. 

Kommunikation ist ein großer Hebel, um Publikum und Beteiligte mitzunehmen. Aber sie muss transparent, ehrlich und glaubwürdig sein. 2022 entschieden wir: erst handeln, dann kommunizieren. 2024 war das Projekt öffentlich bekannt, und wir konnten von Anfang an über das Cradle to Cradle-Zielbild sprechen. C2C sollte für das Publikum erlebbar werden. Während der Konzerte begleiteten wir das Geschehen mit einem Infokonzept. Alle Innovationen wurden vor Ort mit Tafeln und digital erklärt. Auch unsere Kommunikationsmittel waren C2C gedacht, etwa Plakate und Infomaterialien mit C2C-Druckfarbe. Im Nachhinein organisierten wir eine Eventreihe in Berlin sowie zwei C2C Summits, um alles festzuhalten, was wir gelernt haben und künftig noch besser machen würden. Aus dem Guidebook, dem Report und der Webseite können Veranstaltende konkrete Handlungsempfehlungen und Inspiration schöpfen.

Wandel muss durch Kultur erlebbar werden, denn jede Veranstaltung, die diesen Weg geht, baut Barrieren ab. Was Freude macht und Veränderung bewirkt, wirkt ansteckend. Das gilt für das Publikum, aber auch für andere Veranstaltende, die wir mit diesem Projekt ermutigen und anstecken möchten.

Das Labor Tempelhof hat beim 17. Deutschen Nachhaltigkeitspreis einen Sonderpreis erhalten. Bis heute hallt das Medienecho nach und das Interesse bleibt hoch – von Beiträgen in der Süddeutschen über die Tagesthemen bis hin zu 3sat.

 

Wenn ihr unbegrenzte Ressourcen und volle Freiheit hättet, wie würde euer „Festival der Zukunft“ aussehen und was wäre daran radikal anders?

Beim Festival der Zukunft entsteht gar kein Müll mehr. Alles wird zu Nährstoff für Neues. Die gesamte Lieferkette erzeugt echten Mehrwert für Mensch und Umwelt.

Viele der heute noch schwer skalierbaren Ideen würden wir mit voller Freiheit zur Realität werden lassen. Sei es Kooperationen mit der Deutschen Bahn für ein Veranstaltungsticket, das nachhaltige Mobilität auch auf der Langstrecke fördert. Oder E-LKWs und E-Nightliner für die Tourlogistik. Zusätzliche erneuerbare Energiequellen wie Energiespeicher, Photovoltaik, Wind. Alle Produktionsmaterialien, wie Panzertape, wären vollständig kreislauffähig. 100 % regionale Lebensmittel aus regenerativer Landwirtschaft, geliefert in wiederverwendbaren Kisten. Regenwasser sowie Grauwasser aus Sanitär- und Gastrobereich werden aufbereitet und wiederverwendet. Und, und, und.

Aber wir möchten auch in weiteren Bereichen und Branchen zeigen, wie viel C2C schon möglich ist. Dieses Jahr sind wir beispielsweise offizieller Nachhaltigkeitspartner der IFA Berlin. Wir sehen in dieser Partnerschaft eine Chance, wichtige Impulse für die Veränderung einer ganzen Branche in Richtung C2C zu setzen. Neben einem Papier zu C2C bei Consumer Electronics werden wir die Bühnen der IFA Berlin mitgestalten, mit einem Stand vertreten sein und als Jurymitglied der ersten IFA Innovation Awards unsere Expertise einbringen.

Vielleicht sind Elektronikprodukte, Großkonzerte oder Messen nach C2C in ein paar Jahren dann gar nicht mehr so radikal, sondern einfach selbstverständlich. Das wäre uns natürlich am liebsten.

Neben Festivals und Großveranstaltungen ist vor allem im städtischen Raum die Clubszene ein signifikanter Hebel, wenn es um die Reduzierung der CO2-Emissionen geht. Katharina Wolf setzt sich seit über 12 Jahren für den klimafreundlichen Wandel der Club- und Festivalszene ein. Sie ist Mitgründerin von clubliebe e.V., arbeitet beim BUND Berlin e.V. und engagiert sich für das bundesweite Netzwerk Zukunft Feiern.


Katharina Wolf, Mitgründerin von clubliebe e.V.

Tim Janßen

Bildrechte: Andrea Rojas

Welche Möglichkeiten gibt es aktuell in der Berliner Clublandschaft, Nachhaltigkeit umzusetzen?

In der Berliner Clubszene gibt es viele konkrete Ansätze, um Nachhaltigkeit und Klimaschutz umzusetzen. Als kurze Einordnung: ein Club verbraucht an einem Wochenende ca. so viel Strom wie ein Single-Haushalt in einem ganzen Jahr. Da gibt es natürlich viele Punkte an denen angesetzt werden kann, wie beispielsweise energieeffiziente Kühl- und Lichttechnik oder gezielte Energiesparmaßnahmen beim Heizen und Lüften. Welche Kühlschränke werden genutzt? Wie wird geheizt? Und wie ist z.B. die Voraussetzung in der Gebäudehülle? Das alles hat einen großen Einfluss auf den Verbrauch.
Aber auch in Bereichen wie Müllvermeidung, Wasserverbrauch oder Ressourcenschonung lässt sich viel bewirken, etwa durch Papier- und Plastikvermeidung, Mehrwegsysteme oder wassersparende Sanitäranlagen. Jedes Mal, wenn etwas Neues angeschafft werden soll, sollte darüber nachgedacht werden, ob es wirklich zwingend notwendig ist. Und bei der Anschaffung und in der Logistik ist wichtig Wege kurz zu halten und möglichst viele einzelne Transportfahrten zu vermeiden. Und daran anknüpfend können Gäste, Mitarbeitende und Artist auf umweltfreundliche Anreisemöglichkeiten hingewiesen und Flüge vermieden werden.

 

Schon heute stehen den Berliner Clubs viele Werkzeuge zur Verfügung, um ihrer Vorbildfunktion gerecht zu werden und aktiv zum Klimaschutz beizutragen. Der Green Club Guide unterstützt dabei in sieben Handlungsfeldern mit praxisnahen Tipps, Checklisten und Beispielen, die sich auch im stressigen Cluballtag umsetzen lassen. Außerdem bieten Projekte wie Clubtopia oder das Netzwerk Zukunft Feiern kostenlose Beratung, Wissen und Austausch.

Erstunterzeichner*innen des Code of Conduct „Zukunft feiern“ in Hamburg am 23.03.2022, © Netzwerk Zukunft feiern

Gibt es bereits ein Best Practice in Berlin?

Klar, es gibt sogar schon ganz viele. Eigentlich sind alle Clubs aus dem Zukunft Feiern Netzwerk schon ziemlich gut aufgestellt. Sie haben sich unterschiedlichen Nachhaltigkeitszielen verschrieben, die von nachhaltiger Kommunikation über Ressourcenschutz, zu Abfallvermeidung, Mobilität, Naturschutz, Energieeffizienz bis zu sozialer Nachhaltigkeit reichen. Das SchwuZ hat beispielsweise wasserlose Urinale installiert und bezieht wie der Tresor seit vielen Jahren zertifizierten Ökostrom. Das Ritter Butzke arbeitet wie viele weitere Clubs mit Pfandsystem auf Getränke und es sind viele Fahrradstellplätze vor Ort.

 

Clubs gelten oft als Schutzräume und Orte des Eskapismus – wie lässt sich Nachhaltigkeit in diese Atmosphäre integrieren, ohne dass sie als Einschränkung empfunden wird?

Nachhaltigkeit muss kein Stimmungskiller sein, ganz im Gegenteil: Sie kann das Cluberlebnis sogar bereichern. Viele Maßnahmen wie der Wechsel zu Ökostrom oder wassersparende Technik bleiben für die Gäste weitestgehend unsichtbar. Andere bringen spürbare Vorteile: kostenloses Trinkwasser, solidarische Preismodelle oder sichere Fahrradstellplätze verbessern das Feiererlebnis. Soziale Nachhaltigkeit wie Solidarität, Awareness-Strukturen, Diversität und Inklusion sind ohnehin schon seit Jahren tief in der Clubkultur verankert.

Wichtig ist, Gäste ohne erhobenen Zeigefinger mitzunehmen, zum Beispiel mit charmanten oder witzigen Hinweisschildern, spielerischen Aktionen wie z.B. Abstimmungen über Zigarettenkippen oder Infoangebote für Interessierte. Nachhaltigkeit wird dann nicht als Einschränkung empfunden, sondern als Fürsorge für die Gäste, das Klima und die Community.

 

Welche politischen oder wirtschaftlichen Rahmenbedingungen müssten sich ändern, damit nachhaltige Clubkultur nicht nur möglich, sondern selbstverständlich wird?

Damit nachhaltige Clubkultur zur Selbstverständlichkeit wird, braucht es politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen, die Clubs nicht nur als Lärmquelle, sondern als das anerkennen, was sie sind: kulturelle Schutzräume, soziale Knotenpunkte und kreative Motoren der Stadt. Clubs sind zudem Arbeitgeber für tausende Menschen und prägen als kulturelles Aushängeschild maßgeblich das internationale Image der Stadt. Diese Rolle muss politisch anerkannt und gefördert werden. Was heißt das konkret? Es braucht gezielte Förderprogramme für Klimaschutzmaßnahmen, wie energetische Sanierungen, Kreislaufwirtschaft oder barrierefreie Zugänge. Und das so selbstverständlich wie für Theater oder Museen. Clubs tragen längst Verantwortung und sind Vorreiter für Offenheit, Gemeinschaft und Kreativität. Ihr Erfahrungsschatz und ihre gelebten Werte machen sie zu idealen Impulsgeberinnen für eine ökologische Transformation, um nachhaltige Impulse weit über die Clubtüren hinaus in andere gesellschaftliche Bereiche zu tragen.

 

Wenn ihr unbegrenzte Ressourcen und volle Freiheit hättet, wie würde euer Club der Zukunft aussehen und was wäre daran radikal anders?

Hm, gute Frage. Auf den ersten Blick würde unser Club der Zukunft tatsächlich gar nicht radikal anders aussehen. Das pulsierende Leben auf der Tanzfläche, die bunte Vielfalt und das Miteinander blieben genauso spürbar. Aber hinter den Kulissen würde eine nachhaltige Infrastruktur wirken, die alles zusammenhält wie beispielsweise ein unsichtbares Rückgrat. Von der Beschaffung über die Lieferketten bis zu den Arbeitsabläufen wäre von Anfang an alles so organisiert, dass Nachhaltigkeit kein Nachgedanke, sondern das Grundprinzip ist. Und der Club würde sich natürlich vollständig selbst mit sauberer Energie versorgen: also Solarzellen auf dem Gründach, ein kinetischer Dancefloor verwandelt Bewegungen in elektrischen Strom, und die Wärme der tanzenden Menschen wird in Wärmeenergie umgewandelt. So wird der Club nicht nur zu einem Ort für kreative Freiräume und gelebte Inklusion, sondern auch zu einem konkreten Beispiel dafür, wie klimafreundliche Technologien und das Feiern gemeinsam zu einer nachhaltigen Zukunft beitragen können.

 


Veranstaltungstipps und Empfehlungen

nawi.berlin Transformations-Meetup #2 am 13. August beim Impact Hub Berlin: Die Veranstaltung bietet Berliner Unternehmen, Start-ups und Intermediären eine niedrigschwellige Gelegenheit, zentrale Akteur:innen für nachhaltiges Wirtschaften kennenzulernen und sich im Rahmen eines informellen Austauschs zu vernetzen. Vertreter:innen der Beratungspartner stellen sich und ihre Angebote vor, bevor Sie gemeinsam über unternehmerische Herausforderungen und Synergiepotenziale im Kontext der Nachhaltigkeitstransformation diskutieren. Kostenfreie Anmeldung

KEK-Workshops "Weg zur CO₂-Bilanz" am 10.09.2025 online und 24.09.2025 in Präsenz: Wie lässt sich eine fundierte CO₂-Bilanz im eigenen Unternehmen erstellen? Teilnehmende lernen die Grundlagen der Treibhausgasbilanzierung nach dem Greenhouse Gas Protocol kennen – praxisnah, interaktiv und speziell für Berliner Unternehmen. Und die Online-Veranstaltung "Energieeffizienz und Digitalisierung" am 17.09.2025: Digitalisierung kann ein wertvolles Werkzeug sein, Prozesse zu optimieren und Energieeffizienz- und Einsparpotentiale zu identifizieren. Es erwarten Sie Inputs vom KEDi, dem Kompetenzzentrum Energieeffizienz durch Digitalisierung und weitere Tipps und Einblicke aus der Praxis. Außerdem stellt die Digitalagentur Berlin ihr Angebot vor.

Festival der Berliner Wirtschaft 2025 am 11. September bei der IHK Berlin: Das "Festival der Berliner Wirtschaft" steht dieses Jahr ganz im Zeichen der Innovation. Mit praxisnahen Lösungen, inspirierenden Impulsen und viel Raum für Networking richtet sich das Festival an Berliner Unternehmerinnen und Unternehmer sowie an Interessierte, die ihr Unternehmen zukunftssicher und erfolgreich aufstellen möchten. Anmelden

FORM/FUTURE- Transformation by Design am 11./12. September im ICC Berlin: FORM/FUTURE ist ein neues B2B-Format an der Schnittstelle von Design, Wirtschaft, Gesellschaft und Politik. Die Konferenz findet im ikonischen ICC-Gebäude statt und bringt Vordenker*innen, Unternehmen, Studios und Institutionen zusammen, die Design als Werkzeug für Transformation begreifen. Zwei Tage voller Inspiration, Austausch und umsetzbarer Strategien – mit echten Erfolgsgeschichten und praxisnahem Wissenstransfer für alle, die den Wandel aktiv mitgestalten wollen. Anmelden

Eröffnung des Berliner Innovationszentrum Handwerk: Am 22. Juli eröffnete das PopUp-BIZH am Modell-Campus ringberlin. Das BIZH wird in Zukunft ein offener Ort für alle, die dem Handwerk gewogen sind, nach innovativen handwerklichen Lösungen suchen oder an neuen Entwicklungen mitarbeiten wollen. Künftige Termine und Angebote werden über die Website www.bizh.berlin kommuniziert. Für den Kontakt zu den Akteuren – Handwerkskammer Berlin, MotionLab.Berlin und ringberlin/Koimo - dient das dort hinterlegte Kontaktformular

 


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