Liebe Leserinnen und Leser,
willkommen zu einer neuen Ausgabe unseres Kreislaufwirtschaft-Newsletters What goes around comes around! Wir haben uns dieses mal mit einem vermeintlich langweiligen Thema beschäftigt. Warum das ganz und gar nicht der Fall ist, erfahren sie in den nächsten 10 Minuten und auch in unserem ersten Tipp am Ende dieses Newsletters.
Kaum jemand bemerkt sie oder macht sich Gedanken über sie, dabei regeln sie fast alle Lebensbereiche. Eine Welt ohne Standardisierungen und Normen? Vermutlich chaotisch und ineffizient. Ohne einheitliche Normen gäbe es erhebliche Unterschiede in der Qualität von Produkten und Dienstleistungen. Verbraucher könnten sich nicht darauf verlassen, dass Produkte sicher und zuverlässig sind, was zu einem Vertrauensverlust führen würde. Geräte und Systeme verschiedener Hersteller wären oft nicht miteinander kompatibel.
In der Industrie spielen Normen eine wichtige Rolle, um die Qualität, Sicherheit und Effizienz von Produkten und Dienstleistungen zu gewährleisten. Zu den nationalen und internationalen DIN-Normen gehören DIN als nationale Normen, DIN EN als europäische Normen, DIN EN ISO als internationale Normen. Darüber hinaus gibt es noch Spezifikationen und DIN SPECS.
Allein 35.000 DIN-Normen gibt es aktuell im deutschen Normenwerk und auch für Normen gibt es eine Norm, auf nationaler Ebene und auch auf europäischer Ebene, nämlich die DIN EN 45020: diese Norm regelt in Europa, was eine Norm ist, nämlich ein "Dokument, das mit Konsens erstellt und von einer anerkannten Institution angenommen wurde und das für die allgemeine und wiederkehrende Anwendung Regeln, Leitlinien oder Merkmale für Tätigkeiten oder deren Ergebnisse festlegt."
Normen sind aber keine von oben befohlenen Vorschriften. Erst nach Anstoß von außen -etwa von Firmen, Personen, dem Staat- macht sich das DIN an die Arbeit, falls die Norm nötig ist. Alle fünf Jahre werden Normen auf den Stand der Technik überprüft und veraltete Normen auch mal archiviert. Normen könne also von jeder Person angeregt werden und setzen gemeinsame Rahmenbedingungen für alle Teilnehmer eines Marktes.
Bei der Circular Economy spielen Standardisierungen eine große Rolle. Seit 2021 wird eine Normungsroadmap Circular Economy erarbeitet, die den Weg festlegt anhand der Schwerpunktthemen Digitalisierung/Geschäftsmodelle/Management, Elektrotechnik & IKT, Batterien, Verpackungen, Kunststoffe, Textilien, Bauwerke & Kommunen und der Querschnittsthemen Nachhaltigkeitsbewertung, Lebensdauerverlängerung, Digitaler Produktpass (DPP), Recyclingfähigkeit und End of Waste. Die Normungsroadmap macht Vorgaben wie die Ökodesign Verordnung und den Digitalen Produktpass, über die wir hier in unserem Newsletter auch schon berichtet haben, erst handhabbar.