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#10 What goes around comes around

Der Kreislaufwirtschaft - Newsletter von der KEK

Liebe Leserinnen und Leser,

willkommen zu einer neuen Ausgabe unseres Kreislaufwirtschaft-Newsletters What goes around comes around!

Seit einem Monat können Unternehmen aller Branchen, DesignerInnen und StudentInnen aus ganz Europa wieder ihre innovativen Projekte für den Bundespreis Ecodesign 2025  einreichen - nach eigener Aussage, die höchste staatliche Auszeichnung für ökologisches Design in Deutschland. Bis zum 14. April 2025 besteht die Möglichkeit, wegweisende Produkte, Dienstleistungen, Konzepte oder Studienarbeiten für den renommierten Wettbewerb anzumelden. Im Mittelpunkt stehen kreative Lösungen, die ökologische Verantwortung und herausragendes Design vereinen. Das Bundesumweltministerium und das Umweltbundesamt loben den Bundespreis Ecodesign seit 2012 jährlich gemeinsam mit dem Internationalen Design Zentrum Berlin aus. Der Wettbewerb zeichnet in den vier Kategorien Produkt, Service, Konzept und Nachwuchs herausragende Arbeiten aus, die aus Umwelt- und Designsicht überzeugen.

 

Was macht ökologisches Design eigentlich aus?

Beim Ökodesign spricht man von der umweltgerechten Gestaltung von Produkten, um die Energie- und Ressourceneffizienz von eben diesen zu verbessern. In der Produktplanungs- und -designphase können Produzenten Einfluss auf jede Phase der Wertschöpfung und des stofflichen Lebensweges nehmen und ökologische Innovationen voranbringen.

Laut Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) "schätzt die Europäische Kommission, dass allein durch die im Jahr 2019 verabschiedeten zehn neuen Ökodesign-Verordnungen, zusammen mit den sechs neuen Energielabel-Verordnungen, europaweit bis 2030 jährlich Energie im Umfang von knapp 167 Terawattstunden eingespart werden kann. Dies entspricht einer Reduzierung von über 46 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent und damit in etwa dem jährlichen Energieverbrauch Dänemarks. Hinzu kommen noch die Einsparungen, die durch die bereits bestehenden Ökodesign- und Energielabel-Maßnahmen erzielt werden." 

Bild:Deutsche Gesellschaft für wirtschaftliche Zusammenarbeit

Als Teil des Europäischen Green Deals legt die EU-Verordnung für das Ökodesign nachhaltiger Produkte (ESPR) den Rahmen für Anforderungen an das Ökodesign fest. Mit der jüngsten Erweiterung der Verordnung, die neben nicht-elektronischen Konsumgütern wie Spielzeug, Textilien und Reifen auch relevante Grundstoffe mit einschließt, sollen aber nicht nur kreislauffähige Produkte zur Norm werden, sondern auch nachhaltige Praktiken in der gesamten Lieferkette verankert werden. (Mehr zur EU-Öko-Design Verordnung im Interview mit Ronja Scholz und Kai Lindow)

Darauf setzt auch der Bundespreis EcoDesign und zeichnet nicht nur in der Kategorie Produkt aus, sondern auch in den Kategorien Service, Nachwuchs, Konzept.

Produkt: Sowohl auf dem europäischen Markt erhältliche Produkte als auch Prototypen, deren Markteinführung in naher Zukunft geplant ist. Dazu gehören Produkte aus verschiedenen Designbereichen und Branchen wie Möbel, Mode, Technik, Konsumgüter, Fahrzeuge, Innovationsgüter sowie Gebäude, Bauprodukte und intelligente Infrastrukturen.

Service: Dienstleistungen, die auf innovative Weise Nachhaltigkeit fördern, z. B. durch ressourcenschonende Nutzung, Kreislaufwirtschaft oder die Förderung von Umweltbewusstsein. Beispiele hierfür sind Sharing- und Leihsysteme (z.B. Carsharing, Mietmodelle), oder Dienstleistungen im Bereich Reparatur und Wiederverwendung, aber auch innovative Mobilitätskonzepte sowie Bildungs- und Beratungsangebote für nachhaltiges Verhalten.

Nachwuchs: Eingereicht werden können sowohl Abschlussarbeiten als auch während des Studiums entstandene Ideen, Konzepte und Prototypen, die innovative und nachhaltige Ansätze zeigen.

Konzept: Visionäre Ideen und Konzepte, die noch nicht umgesetzt sind, aber ein hohes Potenzial für nachhaltige Innovationen zeigen, wie z.B. Produktideen, Materialentwicklungen mit einem konkreten Anwendungsbezug oder Geschäftsmodelle, die neue Lösungen für ökologische Herausforderungen bieten.



Passend zum Thema haben wir unsere KEK-Kollegin Wenke Hebold gebeten, von ihren Erfahrungen im Austausch mit Unternehmen zu berichten. Wenke führt bei der KEK den Unternehmens-Workshop Nachhaltige Produktgestaltung und zirkuläre Geschäftsmodelle durch.

Interview

Wenke Hebold

Wenke Hebold ist Innovationsmanagerin bei Berlin Partner und unterstützt im Rahmen des Projekts KEK als Expertin für Produktdesign kleine und mittlere Unternehmen, Startups, sowie auch Großunternehmen zu nachhaltigerer Produktgestaltung und auf dem Weg zu  einem zirkulären Geschäftsmodell.

Die KEK bietet im Rahmen eines individuellen Unternehmensworkshops Beratung zur nachhaltigen Produktgestaltung und zirkulären Geschäftsmodellen an. Was genau beinhaltet der Workshop und was beinhaltet er nicht?


Unser Workshop hilft Unternehmen auf ihrem Weg, nachhaltige und zirkuläre Geschäftsmodelle zu entwickeln. Dabei holen wir die Teilnehmenden genau dort ab, wo sie sich befinden: noch am Anfang ihrer Reise mit diversen Optionen in Richtung Nachhaltigkeit oder auch bereits fortgeschritten inmitten einer zirkulär ausgerichteten Produktentwicklung mit einer konkreten Fragestellung. Teilnehmende können ihre Ideen und Hürden vertrauensvoll ansprechen und erhalten wertvolles Feedback sowie Strategieansätze, um diese Hürden zu überwinden. Gemeinsam mit mir können Unternehmen unterschiedliche Szenarien durchspielen und bewerten, um konkrete nächste Schritte mitzunehmen. Der Workshop soll inspirieren und Mut machen, indem er neue Perspektiven eröffnet. Wir spielen die sogenannten R-Strategien anhand der Produkte und Geschäftssituation der Teilnehmenden durch. Außerdem teilen wir Best Practices und erste Ansätze zur nachhaltigen Transformation.

Wir bieten jedoch keine allgemeine Beratung zur Geschäftsmodellentwicklung an. Auch begleiten wir nicht die unternehmenseigene Implementierung von Maßnahmen, können jedoch durch passgenaue Fördermittelberatung die Machbarkeit von Maßnahmen ermöglichen! Prominent ist hier beispielsweise der Transfer BONUS Design zu nennen, welcher die Erarbeitung eines innovativen Circular Designs für Produkte fördern kann. Wir führen keine tiefgehenden Berechnungen durch wie z.B. mittels Lebenszyklusanalyse (LCA), aber helfen gerne beim Erkunden von Tools im Bereich Circular Economy. Für eine tiefere Beratung oder auch Forschungs-/ und Innovationsleistungen vermitteln wir gerne neutral zu Verbänden und Institutionen. Der Workshop dient als Impulsgeber und bietet Ihnen Orientierung.

Ich habe ein junges Unternehmen und stehe vor dem Produktlaunch. Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung sind mir sehr wichtig, allerdings weiß ich noch nicht, wie ich diese Themen wirklich in mein Produkt integrieren kann. Wo fange ich an?


Den Startups von heute müssen wir Nachhaltigkeit und Zirkularität nicht mehr erklären. Vom Grund auf ihrer initialen Idee wirken sie bereits positiv auf Gesellschaft, Umwelt und Wirtschaft. Sie sind die zukunftsweisende Spitze unserer Wirtschaft und positionieren Deutschland nach wie vor global als innovatives und nachhaltiges Land. Daher möchte ich allen Impact Startups erst einmal den Druck nehmen, ihre Produkte bereits in der MVP-Phase und Markteinführungsphase ganzheitlich nachhaltig und zirkulär gestaltet zu haben. Es ist wichtiger, dass es Eure Produkte und Services gibt, als dass Ihr bereits im ersten Jahr am Markt eure kompletten Stoffkreisläufe geschlossen habt und ein Ökolabel euer Geschäft auszeichnet! Will sagen: Be bold and keep on going!

Ein passender Zeitpunkt für unseren Workshop könnte der Übergang vom Prototypen zur Serie sein. Grundlegende Annahmen wurden vertestet, das Geschäftsmodell aufgestellt, das Produkt umrissen und die Machbarkeit validiert. Meistens stellen sich dann zu bestimmten Bauteilen konkrete Herausforderungen auf dem Weg zur Kreislauffähigkeit. Zum Beispiel könnte eine Fragestellung sein, ob Kunststoffspritzguss in diesem Fall eine nachhaltige Wahl ist. Unter welchen Bedingungen? Welche Prozesse müssen für die nächsten Jahre der Nutzung oder des End-of-Life mitgestaltet werden? Startups der Circular Economy stehen vor der Herausforderung neue Infrastrukturen anzustoßen, durch welche Stoffströme erst geschlossen werden können. Es kann sein, dass in diesem Fall die Langlebigkeit (Verlängerung der Lebensdauer) über der Kreislauffähigkeit gewichtet werden muss, weil es schlichtweg noch keine Rücknahme von Erzeugnissen durch den Rezyklathersteller gibt, oder dies noch unwirtschaftlich ist, oder sich schlicht gesetzliche Barrieren auftun.

Wichtig ist, dass junge Unternehmen hier transparent kommunizieren. Warum nicht die eigenen Ambitionen mit seiner Community teilen und diese einbinden? Denn auch das breite NutzerInnen-Verhalten spielt eine maßgebliche Rolle beim Ermöglichen von kreislauffähigen Produkten.

Mein Unternehmen ist schon seit 20 Jahren erfolgreich am Markt, allerdings vernehmen wir zuletzt den vermehrten Wunsch nach nachhaltigen Produkten auf der Kundenseite, steigende Kosten wie auch verstärkte Konkurrenz aus dem Ausland. Kann die Umstellung auf ein zirkuläres Geschäftsmodell mir helfen?


Typische BeraterInnen-Antwort: Das kommt darauf an. Es gibt Produkte, um welche sich naheliegende Services entwickeln lassen, z.B. ein Reparaturservice, ein Rücknahmeservice, ein Aufbereitungsservice, das Abschließen eines Wartungsvertrags bis hin zu einem Abo-Modell ohne den eigentlichen Verkauf des Produkts. Im besten Fall begründet sich dieses Rund-Um-Paket auch noch durch Kundenstimmen und die Entwicklungen bei Konkurrenz und Markt. Dann kann sich ein ursprüngliches, rein auf Verkauf getriebenes Geschäftsmodell hin zu einem Servicemodell entwickeln, mit engster Kundenbindung und diversen Möglichkeiten der Monetarisierung.

Sollten UnternehmerInnen keine Möglichkeit sehen auf zirkuläre Geschäftsmodelle umzustellen, weil sie z.B. Zulieferer sind oder weil die Natur der Nutzung des Produktes (z.B. ein Hygieneartikel) die oben beschriebenen Ansätze nicht zulässt, ist das ein noch wichtigerer Grund sich der Produktgestaltung zu widmen. Für jedes Produkt gilt, dass es durch seine Herstellung, seine Nutzung oder seine Entsorgung ein vertretbares Maß an Umwelteinfluss nimmt. Für jedes Produkt MUSS das End-of-Life-Scenario betrachtet und gelöst sein! Jedenfalls im Circular Design und nach Cradle-to-Cradle-Ansätzen. Was passiert mit ihrem Produkt, wenn die NutzerIn es nicht mehr möchte? Welche Materialien verwenden Sie und woher kommen diese? Welche Vorteile hat Ihr Produkt neben einem Konkurrenzprodukt? Welche Aussage über Ihr Produkt und Ihr Geschäft würde Ihnen weiterhelfen, sich am Markt neu an die Spitze zu setzten? Kommen Sie in unseren Workshop und wir finden es gemeinsam heraus.

Ich habe eine KEK-Beratung durchlaufen. Wie mache ich nun weiter?


Gemeinsam haben wir Ihre größten Potentiale und wichtigsten Maßnahmen in Richtung Zirkularität detektiert. Je nach individuellen Gegebenheiten kann direkt mit der Umsetzung begonnen werden oder Ideen müssen erst in einem Vorprozess auf Machbarkeit überprüft werden. Mit der Ausarbeitung von Designkonzepten und Nachhaltigkeitsmaßnahmen verweisen wir gerne auf einschlägige ExpertInnen aus unserem Netzwerk. Auch Innovationsprojekte mit Forschungsbezug fragen wir gerne bei Instituten und Einrichtungen für Sie an. Sie erhalten außerdem passende Fördermittelberatung von der KEK oder auch dem Innovationsteam bei Berlin Partner.

Sie finden das Interview zum Nachlesen auch auf unserer Webseite.

Förderprogramme und Netzwerkveranstaltungen

Workshop zu Nachhaltigkeit und Transparenz: Einführung in den digitalen Produktpass am 19.03.2025 im DFT Labor der HWT Berlin. In diesem Workshop lernen Sie die Wettbewerbsvorteile durch den Digitalen Produktpass (DPP) kennen und wie Sie diesen mit Hilfe eines Digitalen Zwillings in ihr Unternehmen implementieren.  ANMELDEN

Meetup zu digitaler Barrierefreiheit: Im Juni 2025 tritt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) in Kraft. Tauschen Sie sich am 11. März im Holzmarkt bei Berlin Partner mit ExpertInnen zu Auswirkungen, Chancen und Anforderungen der digitalen Barrierefreiheit aus. ANMELDEN

Veranstaltung zur EPR Richtlinie: Erweiterte Herstellerverantwortung und Kreislaufwirtschaft in der Textilbranche am 21.03.2025 im BIKINI BERLIN The Concept Shopping Mall. Mit der jüngsten Überarbeitung der europäischen Abfallrahmenrichtlinie (2008/98/EC) rückt die Einführung der erweiterten Herstellerverantwortung für Textilien in greifbare Nähe. ANMELDEN

Veranstaltung von Circularity im Rahmen des Projekts InDICE: Kreislaufwirtschaft in der technischen Gebäudeausstattung (TGA) am 27.03.2025 bei Siemens. Die TGA ist das Herz eines Gebäudes – sie verleiht ihm Intelligenz, wodurch die Umweltauswirkungen reduziert werden. Gleichzeitig trägt die TGA jedoch zu Treibhausgasemissionen und einem erhöhten Ressourcenverbrauch bei.   ANMELDEN

Infoveranstaltung zu Förderung und Unterstützungsmöglichkeiten für betriebliche Kreislaufwirtschaft und Nachhaltigkeit: Die PCG - Project Consult GmbH lädt gemeinsam mit der Investitionsbank Berlin und der KEK zu einer Online-Infoveranstaltung am 10. März 2025 ein  ANMELDEN

Förderprogramm Transfer BONUS Design: Das Förderprogramm unterstützt den Transfer von Design Know-how von Unternehmen der Designbranche und Hochschulen in kleine und mittlere Unternehmen und Unternehmen der Sozialen Ökonomie, die technologieorientierte Produkte oder Dienstleistungen entwickeln. Förderzeitraum vom 01.01.2025 bis zum 31.12.2026. MEHR

Design Newsletter des Berlin-Brandenburg Clusters IKT, Medien und Kreativwirtschaft: Hier erfahren Sie alles über Förderprogramme, Events und News aus der Design-Branche der Hauptstadtregion. Anmelden können Sie sich per E-Mail direkt hier bei Julia Krüger. 


Hier finden Sie weitere Informationen zur KEK
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Dieser Newsletter wird von der Koordinierungsstelle für Kreislaufwirtschaft, Energieeffizienz und Klimaschutz im Betrieb (KEK) durch Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie herausgegeben.


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Fasanenstraße 85 | 10623 Berlin
Telefon +49 30 46302-290
E-Mail circular(at)berlin-partner.de

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Redaktion: Team KEK

V. i. S. d. P. Carolin Meltendorf, Pressesprecherin Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie GmbH

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